Die polymerisationsleuchte wird in der Regel als notwendiges Übel betrachtet – eine zeitaufwendige Tätigkeit, in der man „sonst ja nichts macht“. Der kanadische Zahnarzt und Wissenschaftler Richard Price der Dalhousie Universität in Halifax beschäftigt sich über die letzten Jahrzehnte vorrangig mit diesem unbeliebtem Thema – und zwar nicht nur mit den Geräten selbst, sondern auch mit deren Anwendung. Wir konnten in der ZMK im letzten Jahr mit der deutschen Übersetzung einer beeindruckenden Studie von ihm zeigen, dass die individuelle Handhabung eines Lichtgerätes einen immensen Einfluss auf die Polymerisationsqualität haben kann. Vor gut zwei Jahren kam er auf die Idee, die wichtigsten Statements zur Lichtpolymerisation in einem Beitrag von anerkannten Experten zu dem Thema zusammenzufassen und dies durch die ADA (American Dental Association) online veröffentlichen zu lassen. Ein Projekt das nach unzähligen Korrekturen und Aktualisierungen mit der Veröffentlichung im Herbst letzten Jahres einen Abschluss fand. Aufgrund eigener persönlicher Kontakte konnten wir alle Autoren und die ADA dazu bewegen, diesen Übersichtsbeitrag auch der deutschsprachigen Zahnärzteschaft in Form einer Übersetzung exklusiv zu Verfügung zu stellen.

Lichtgehärtete Kompositrestaurationen funktionieren nur dann gemäß den Herstellerangaben, wenn ihnen die erforderliche Energiemenge zur Aushärtung in sehr speziellen Wellenlängen zugeführt wird. Dies bedeutet, dass vom Lichtpolymerisationsgerät die korrekte Strahlungsdichte, Bestrahlungsdauer und Emissionsspektrum geliefert werden müssen. Leider hat jede Studie, die sich mit Lichtpolymerisationsgeräten in Zahnarztpraxen beschäftigt, gezeigt, dass eine Vielzahl dieser Lichtpolymerisationsgeräten keine ausreichende Strahlungsdichte liefern und dass die von vielen Behandelnden angewandten Techniken der Lichthärtung möglicherweise ineffizient sind.

Einer Studie der American Dental Association (ADA) aus dem Jahr 2005/06 zufolge werden jährlich schätzungsweise 146 Millionen Kompositrestaurationen und Versiegelungen durchgeführt [1]. Bei nahezu allen Behandlungen werden lichtgehärtete Verbundstoffe auf Kunstharzbasis verwendet. Diese Tatsache lässt die Folgerung zu, dass die Lichtpolymerisationsgeräte zu einem unverzichtbaren Werkzeug in Zahnarztpraxen geworden sind. Während die Konzentration der Forschung und Lehre überwiegend auf der Auswahl der geeigneten Komposite oder Lichtpolymerisationsgeräte und auf der korrekten Handhabung der Füllungsmaterialien lag, wurden nur wenige Forschungsergebnisse in Bezug auf die Techniken der Lichthärtung veröffentlicht. 

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